Von mittelalterlichen Pilgerherbergen bis zur modernen, vernetzten Hospizarbeit — die Geschichte einer Bewegung.
Der Hospizbegriff taucht erstmals im 4. Jahrhundert n. Chr. auf. Als Hospize wurden Herbergen für Pilger bezeichnet, die von Orden an den großen Pilgerstraßen bereitgestellt wurden. Die belesenen und oftmals heilkundigen Ordensleute versorgten innerhalb und außerhalb ihrer Hospize Kranke — Sterbebegleitung geschah damals mitten im Tumult von Durchreisenden, Hilfesuchenden und Kranken.
Rasante Fortschritte in der Medizin führten später dazu, dass der Tod als Niederlage in der Behandlung gedeutet wurde. Damit begann die Ausgrenzung sterbender Menschen — bis eine neue Bewegung im 20. Jahrhundert einen anderen Weg aufzeigte.
Als Hospize werden Herbergen für Pilger bezeichnet, in denen Ordensleute Kranke und Reisende versorgten.
Die spätere Begründerin der modernen Hospizbewegung wird in England geboren.
Cicely Saunders gründet in London das erste moderne Hospiz — ein Meilenstein für die Sterbebegleitung weltweit.
Das Bundesministerium fragt bei Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und der Deutschen Krankenhausgesellschaft nach — die Resonanz ist zunächst zurückhaltend.
In Aachen entsteht mit Haus Hörn das erste stationäre Hospiz, im selben Jahr das Hospiz zum Heiligen Franziskus in Recklinghausen.
Am 24.02.2005 wird der ambulante Hospizverein Marl gegründet — im selben Jahr stirbt Cicely Saunders im eigenen Hospiz.
Koordinator:innen, Ehrenamtliche, Pflegedienste, Kliniken und Ärzt:innen arbeiten zusammen, damit Menschen in vertrauter Umgebung bleiben können.
„Ich werde ein Fenster sein in deinem Heim.“
David Tasma zu Cicely Saunders, deren Begegnung den Anfang der modernen Hospizbewegung mitprägte
Die deutsche Hospizbewegung ähnelte in ihren Anfängen eher einer Bürgerinitiative — getragen von ehrenamtlichen Laien, ohne ärztliche und palliativmedizinische Priorität. Heute bedeutet ambulante Hospizarbeit, in einem Netzwerk zu arbeiten: Ausgebildete Koordinator:innen leiten die ambulanten Hospizdienste gemeinsam mit sorgfältig vorbereiteten Ehrenamtlichen, Pflegediensten, Kliniken, Ärzt:innen und Angehörigen — damit schwerkranke und sterbende Menschen bis zu ihrem Tod in vertrauter häuslicher Umgebung bleiben können.